Steigende Lebensmittelpreise, Kriege – die keiner wollte, aber die uns alle am Ende betreffen – nicht zuletzt finanziell. Es sind nicht mehr nur die Sozialschwachen, die auf Hilfe angewiesen sind. Nein, es betrifft auch Angestellte und Menschen, die ihre Lebenskraft ihrer Arbeit geopfert haben und nun Rente beziehen. Was hier überhaupt nicht ins Bild passt, aber Realität ist: es landen immer noch täglich Tonnen* an verwertbaren Lebensmitteln im Müll.

*allein in Deutschland werden jährlich ca. 11 Mio. Tonnen an verwertbaren Lebensmitteln entsorgt. Weltweit sind es täglich um etwa 1 Milliarde. 60% dieser Abfälle entstehen in privaten Haushalten. Im Vergleich dazu: über 600 Millionen Menschen hungern auf unserem Planeten.

Doch es tut sich was, im Bewusstsein der Menschen, aber auch in der Politik. Frankreich hat als Vorreiter ein Gesetz beschlossen, das den Supermärkten verbietet, noch geniessbare Lebensmittel wegzuwerfen. Auch Italien, Tschechien, Spanien und Österreich schaffen Anreize für Unternehmen, die Lebensmittel spenden.

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Die Tafeln leisten mit ihrer Arbeit einen großen Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung, zudem ernähren sie damit etwa 1,5 Millionen Menschen allein in Deutschland. Solche Organisationen gibt es weltweit, oft als „The Global FoodBanking Network“ bezeichnet.

Weitere Organisationen

Was kann man als Verbraucher tun?

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat im Rahmen der Aktion „Zu gut für die Tonne“ eine Broschüre dazu rausgebracht (siehe Bild). Planung ist hier entscheidend. Meine Lieblingsapp für den Einkauf ist Bring!

Weitere Projekte

Im Rahmen von Be the Change 2026 (Aktion in unserer Facebook Gruppe) stelle ich euch heute das Konzept Foodsharing vor. Im Januar 2026 habe ich mich selbst für das Programm angemeldet, um es auszuprobieren. Jetzt (3 Monate später) bin ich Foodsaverin und habe so mein ehrenamtliches Amt angenommen. In den Bildern könnt ihr von mir gerettete Lebensmittel sehen.

Welche Lebensmittel werden gerettet?

In alphabetischer Rheinfolge (Beispiele):

Backwaren: Brot, Brötchen, Kuchen & Gebäck

Fertiggerichte: Konserven, Salate, Kantinen Gerichte

Getränke

Kühlware: Aufschnitt, Käse, Frischkäse, Joghurt, Fleisch, usw.

Obst und Gemüse: Äpfel, Orangen, Trauben, Salate, Kartoffeln, usw.

Pflanzen: Topfpflanzen und Schnittblumen

Süßigkeiten & Snacks

Eignet sich Foodsharing auch für Vegetarier / Veganer?

Ja, vor allem in der Rolle des Foodsavers (dazu mehr unten im Text), denn dann kann man gerettete Lebensmittel (in dem Fall Fleischprodukte, etc.) einfach weitergeben. Hier gibt es oft Fleischersatzprodukte, aber natürlich auch Obst und Gemüse.

Woher kommen gerettete Lebensmittel?

Lebensmittel stammen aus Kooperationen mit Betrieben*, wie z.B. Supermärkten, Bäckereien, Kantinen, Restaurants, Wochenmärkten, Hofläden, usw., aber auch von privaten Haushalten.

Was passiert, wenn ich zu viele gerettete Lebensmittel bekomme?

Bei Supermärkten sind es oft um die 10-20 kg an Lebensmitteln, die ein Foodsaver abholt. Langjährige Foodsaver organisieren sich in regionalen Netzwerken (über die Foodsharing Plattform, Events oder Messenger Dienste). So kann man als Foodsaver Termine mit den Abholern rechtzeitig koordinieren. Eine Alternative bilden Essenskörbe* und Fairteiler*.

Wichtig: Foodsharing steht in keinerlei Konkurrenz zu den Tafeln, die Lebensmittelabholung erfolgt nach dem Prinzip „Tafel First“

Wofür steht Foodsharing?

  • Nachhaltigkeit

  • Lebensmittelrettung, sowie Weitergabe

  • Gemeinschaftlichkeit

  • Ehrenamtliches Engagement

  • Aufklärungsarbeit

Vorteile von Foodsharing

  1. es werden weniger Lebensmittel entsorgt (Wertschätzung, weniger Müll)

  2. die Betriebe sparen Entsorgungskosten und Steuern

  3. die Lebensmittel kommen Menschen zu Gute

Foodsharing Statistik (Stand Januar 2026)

Foodsharing Doku

Bei Foodsharing mitmachen

Über die Webseite kann man sich kostenlos registrieren.

Es gibt zu Beginn mehrere Rollen, aus denen man wählen kann:

Rollen

1. Als Abholer (Fairteiler nutzen)

  • Wer: Wirklich jeder.
  • Wie: Du gehst einfach zu einem öffentlichen Fairteiler* (Regal oder Kühlschrank) in deiner Nähe und nimmst heraus, was du gebrauchen kannst.
  • Voraussetzung: Keine Anmeldung oder Registrierung nötig. Verhaltensregeln gelten auch hier.

2. Als Foodsharer (Privat teilen)

  • Wer: Privatpersonen, die Lebensmittel übrig haben (z. B. vor dem Urlaub).
  • Wie: Du erstellst einen virtuellen Essenskorb* auf der Plattform foodsharing.de oder fragst Körbe in deiner Nachbarschaft an.
  • Voraussetzung: Eine kostenlose Anmeldung mit Klarnamen auf der Webseite.

3. Als Foodsaver (Lebensmittel retten)

  • Wer: Engagierte Ehrenamtliche, die direkt bei Betrieben (Supermärkte, Bäckereien etc.) abholen.
  • Voraussetzung:
    • Registrierung auf der Plattform
    • Bestehen eines Online-Quizzes zu Hygiene- und Verhaltensregeln (bei vielen Betrieben Voraussetzung)
    • Absolvieren von drei Einführungsabholungen mit erfahrenen Mitgliedern.
    • Unterzeichnung einer Rechtsvereinbarung (Haftungsausschluss für die Betriebe).

4. Als Betrieb (Spender werden)

  • Wer: Supermärkte, Restaurants, Cafés, Kantinen, Wochenmärkte, Hofläden, Festivals, etc.
  • Wie: Kooperation mit foodsharing eingehen, damit die Reste zuverlässig und kostenlos abgeholt werden.
  • Info: auch Betriebe, die bereits Lebensmittel spenden, können sich registrieren.                                                    Kontakt aufnehmen

Im nächsten Schritt wählt man seinen Bezirk*. Am sinnvollsten ist es, eine Einführungsveranstaltung zu besuchen (die Termine findet man auf der jeweiligen Bezirksseite). Wer Foodsaver werden möchte, sollte das Foodsaver- und  Hygienequiz absolvieren. Alle weiteren Informationen findest Du im Foodsharing Wiki*.

Begriffserklärung:

Betrieb: ist ein konkreter Ort, an dem Lebensmittel verkauft, verarbeitet oder gelagert werden und mit dem foodsharing eine Kooperation zur Rettung überschüssiger Nahrungsmittel eingegangen ist. Dazu zählen Supermärkte, Bäckereien, Restaurants, Kantinen oder Wochenmarktstände. Jede Filiale einer Kette gilt dabei als eigener Betrieb.

Bezirk: kann eine Stadt, ein Landkreis oder ein Teil davon sein, in dem man dem Netzwerk beitritt und sich organisiert. Man kann mehreren Bezirken beitreten. Der Hauptbezirk ist hier der wichtigste.

Essenskorb: Ein Essenskorb bei foodsharing ist ein virtuelles Angebot auf der Plattform, über das Privatpersonen überschüssige, genießbare Lebensmittel kostenfrei zur Abholung anbieten können. Nutzer können so unkompliziert Essen retten, das sonst im Müll landen würde, und per Nachricht einen Abholtermin vereinbaren.

Fairteiler: ein öffentlich zugänglicher Ort, wo gerettete Lebensmittel abgegeben und abgeholt werden können.
Wie finde ich einen Verteiler in meiner Nähe? Am schnellsten geht das über die Google Suche (Verteiler + Name Wohnort)

MHD: Mindesthaltbarkeitsdatum eines verpackten Lebensmittels. Größtenteils sind Produkte noch Tage, bis Wochen länger genießbar, als das MHD auszeichnet.

Wiki: Hier findet man wichtige Informationen, Abläufe und Regelungen rund um Foodsharing.